Acht Rallyetage, rund 2.716 Kilometer während der Rallye, insgesamt etwa 5.600 Kilometer mit An- und Rückreise, ungefähr 450 Liter Benzin, 1,2 Liter Öl und rund 105 Stunden reine Lenkzeit.
So sieht Jupiter’s Flash 2026 für uns in Zahlen aus.
Aber Zahlen erzählen natürlich nur einen Teil der Geschichte.
Was war die größte Herausforderung?
Verkehrstechnisch ganz klar: Neapel – dicht gefolgt von Palermo.
Mein Eindruck nach dieser Reise: Italienische Verkehrsregeln werden durchaus ernst genommen. Nur eben nicht immer von allen gleichzeitig. 😄
Dreimal mussten wir während der Tour eine echte Vollbremsung hinlegen. Zum Glück ist jedes Mal alles gut gegangen.
Auch bergauf gab es Momente, die man nicht unbedingt als komfortabel bezeichnen würde. Bei rund 25 Grad Außentemperatur mit voll aufgedrehter Heizung einen Pass hochzufahren, nur um dem Motor etwas zusätzliche Wärme abzunehmen, gehört definitiv nicht zu den Dingen, die man sich unter „Dolce Vita“ vorstellt.
Aber es hat funktioniert.
Zu wenig Zeit für Land und Leute
Ein Punkt ist im Rückblick ein bisschen schade:
Wir konnten Italien selbst weniger genießen, als ich vorher gedacht hatte.
Die Etappen waren lang, die Lenkzeiten hoch, dazu kamen Road Missions, Daily Tasks, Fotopunkte und natürlich die ganz normalen Pausen für Tanken, Essen und Technik.
Oft blieb daher schlicht nicht genug Zeit, um Orte wirklich in Ruhe zu entdecken.
Dafür wurden wir unterwegs mit einer unglaublich abwechslungsreichen Landschaft entschädigt.
Alpenpässe, Toskana, Apennin, Amalfiküste, Kalabrien, Ätna, Madonie – landschaftlich war die Rallye schlicht grandios.
Hervorragend organisiert
Ein großes Lob geht an dieser Stelle auch an den Veranstalter, den Superlative Adventure Club.
Die gesamte Rallye war hervorragend organisiert. Roadbook, Aufgaben, Missions, Tagesziele und die gemeinsame Event-Struktur haben dafür gesorgt, dass es nie langweilig wurde.
Gerade weil die Strecke so lang war, war es wichtig, dass man sich auf die Organisation verlassen konnte.
Autos bringen Emotionen
Was mich unterwegs vielleicht am meisten überrascht hat:
Autos bringen Emotionen.
Und vermutlich gilt das in Italien noch ein bisschen mehr als anderswo.
Der Capri hat unterwegs unglaublich viele positive Reaktionen ausgelöst.
Beim Parken kamen immer wieder Menschen auf uns zu. Manche wollten wissen, was das für ein Auto ist. Andere kannten den Capri sofort.
Sätze wie
„Bella macchina!“
oder
„Che macchina?“
haben wir mehr als einmal gehört.
Aus vorbeifahrenden Autos wurden Fotos und Videos gemacht. Manche Fahrer winkten, andere forderten uns sogar auf, mal kurz aufs Gas zu treten.
Und die Reaktionen waren praktisch durchweg positiv.
Das macht natürlich auch ein bisschen stolz.
Denn hinter so einem historischen Auto steckt eben nicht nur ein Kaufpreis. Da steckt Pflege drin, Zeit, Geld, Suche nach Teilen, Reparaturen, Restaurierung und manchmal auch ziemlich viel Geduld.
Wenn dann irgendwo in Italien jemand begeistert auf den Capri zeigt oder ihn fotografiert, fühlt sich dieser Aufwand plötzlich sehr sinnvoll an.
Der Capri hat geliefert
Technisch war die Reise natürlich nicht völlig ereignislos.
Lockere Zündkerzen, ein bis drei Aufsetzer, eine beschädigte Heckstoßstange und später eine unschöne Geräuschkulisse sorgten immer wieder für kleine Fragezeichen.
Am Ende stellte sich heraus, dass die Zündung stark verstellt war. Nach der Korrektur läuft der Capri wieder deutlich besser. Vermutlich bekommt der Vergaser zusätzlich noch eine gründliche Reinigung.
Aber entscheidend ist:
Der Capri ist ins Ziel gekommen.
Nicht alle der rund 90 gestarteten Teams haben das geschafft.
Und wir sind nicht nur angekommen, sondern haben bei unserer ersten Teilnahme sogar Platz 9 erreicht.
Für uns als „Ersties“ ein Ergebnis, mit dem wir mehr als zufrieden sind.
Ohne Navi, ohne Autobahn, ohne Abkürzung
Natürlich haben wir uns an den Ehrenkodex gehalten:
kein GPS, kein Navi, keine Autobahn – außer dort, wo es das Roadbook ausdrücklich erlaubt hat.
Navigiert wurde klassisch mit Roadbook und Karte.
Und das hat erstaunlich gut funktioniert.
Ein paarmal haben wir uns natürlich verfahren. Das gehört wohl dazu.
Unser Straßenatlas im Maßstab 1:200.000 war grundsätzlich brauchbar. Im Nachhinein hätten ein paar detailliertere Karten für einzelne Regionen aber nicht geschadet.
Und der gute Zweck?
Bei all dem Abenteuer war die Rallye für uns immer auch mit einem zweiten Ziel verbunden:
Wir wollten Aufmerksamkeit und Spenden für Mama/Papa hat Krebs e.V. in Kaiserslautern sammeln. Und das hat geklappt. Bis zum Ende der Rallye kamen schon stolze 2.020 EUR zusammen und heute sind es schon noch mehr.
Dass so viele Menschen uns unterstützt, Beiträge geteilt, gespendet oder einfach mitgefiebert haben, war für uns mindestens genauso wichtig wie das sportliche Ergebnis.
Dafür noch einmal:
Vielen Dank.
Die Spendenaktion bleibt aber noch einige Zeit offen, da wir auch noch auf eine Nachberichterstattung hoffen, die vielleicht noch ein paar weitere Spender motiviert.
Und jetzt?
Nach acht Rallyetagen ging es für Luca mit dem Flieger nach Hause.
Ich bin mit dem Capri auf eigener Achse zurückgefahren – diesmal überwiegend entlang der Ostküste, mit Abstechern unter anderem nach Bari und San Marino.
Nach weiteren drei Tagen waren dann auch diese Kilometer geschafft.
Jetzt heißt es erstmal:
Fotos sortieren.
Capri durchsehen.
Vergaser reinigen.
Galerie ergänzen.
Und das Ganze ein bisschen sacken lassen.
Ob wir so etwas noch einmal machen?
Nun ja.
Wer weiß … 😄
Für die Galerie braucht es übrigens noch etwas Geduld. Es sind wirklich sehr, sehr viele Bilder zusammengekommen, und unterwegs war schlicht keine Zeit, das alles vernünftig zu sortieren.