Sorry, wieder ein etwas später Post.
Nach dem Finish am Samstag war die Rallye zwar vorbei – der Heimweg aber noch lange nicht. Für mich hieß es anschließend noch einmal drei Tage auf Achse, bevor der Capri und ich wieder zuhause waren.
Aber zurück zu Tag 8, der Final Stage.
Die Nacht hatten wir in Giardini Naxos verbracht, in einem wirklich tollen Hotel direkt am Meer. Giardini Naxos liegt an der Ostküste Siziliens und geht historisch auf eine der ältesten griechischen Siedlungen der Insel zurück. Heute ist der Ort vor allem wegen seiner Strände und der Nähe zu Taormina und zum Ätna bekannt. Italia.it
Auch das Abendessen am Vorabend gab es direkt am Wasser – ein ziemlich angenehmer Abschluss von Tag 7, bevor es am nächsten Morgen noch einmal ernst wurde.
Denn für die Final Stage ging es zunächst wieder ordentlich bergauf.
Von Zafferana Etnea führte uns die Strecke über die SP92 hinauf zum Ätna. Ziel war das Rifugio Sapienza auf rund 1.900 Metern Höhe. Das Rifugio liegt tatsächlich auf 1.910 Metern und ist der höchste Punkt am Südhang des Ätna, den man regulär mit dem Auto erreichen kann. Von dort starten Seilbahn und Wanderwege weiter hinauf in Richtung Gipfelregion. Sito UNESCO Monte Etna
Natürlich galt es dort wieder ein Beweisfoto zu schiessen.
Die Sicht war leider alles andere als spektakulär: dichter Nebel statt Vulkanpanorama.
Trotzdem haben wir den Capri kurz stehen gelassen und sind ein Stück zu Fuß unterwegs gewesen. Wenn man schon einmal auf einem aktiven Vulkan steht, darf man schließlich auch ein paar Minuten aus dem Auto herauskommen.
Danach begann der lange Weg Richtung Palermo.
Von Taormina aus führte uns das Roadbook über die Strada Statale 120, die quer durch das sizilianische Inland und später durch die Madonie verläuft.
Die Madonie zeigen noch einmal ein völlig anderes Sizilien: Berge, Wälder, Hochflächen und kleine Orte statt Küste und Meer. Rund um Petralia Sottana liegt ein großer Teil des Naturparks; die Gegend gehört zudem zum UNESCO Global Geopark Madonie. comune.petraliasottana.pa.it
Unsere Aufgabe war, den Park von Süden nach Norden zu durchqueren – von Petralia Sottana Richtung Mongerrati.
Ein weiterer Pflichtpunkt war Piano Battaglia.
Der Ort liegt mitten im Madonie-Massiv, umgeben von Bergen und Karstlandschaft, und ist im Winter sogar eines der bekanntesten Skigebiete Siziliens. Auf rund 1.500 bis 1.600 Metern Höhe war dort natürlich wieder das obligatorische Beweisfoto fällig. Italia.it
Danach hieß es endgültig:
Richtung Finish.
Für Sightseeing in Palermo selbst blieb leider keine Zeit mehr. Nach acht langen Tagen wollten – und mussten – wir die Ziellinie rechtzeitig erreichen.
Und das haben wir geschafft.
Nach acht anstrengenden, großartigen und ziemlich abwechslungsreichen Rallyetagen rollten wir mit dem Capri über die Finish Line.
Der Abschluss fand auf der Manostella Farm – Villa Chiarelli statt, wo wir gemeinsam mit den anderen Rallyeteams einen schönen Abend verbrachten.
Und ein bisschen stolz durften wir tatsächlich sein:
Nicht alle der rund 90 gestarteten Teams haben es bis ins Ziel geschafft. Unser 44 Jahre alter Capri schon.
Noch besser:
In der Gesamtwertung landeten wir auf Platz 9.
Für unsere erste Teilnahme – als absolute „Ersties“ – hätten wir uns das vorher vermutlich nicht ausgemalt.
Ob wir das irgendwann noch einmal machen?
Wer weiß …
❤️ Und natürlich gilt weiterhin: Wir sammeln für Mama/Papa hat Krebs e.V. in Kaiserslautern. Ein paar Tage bleibt die Aktion noch offen.
Die Galerie wird übrigens definitiv noch ergänzt. Es sind inzwischen sehr, sehr viele Fotos zusammengekommen – und unterwegs fehlten einfach Zeit und teilweise auch die Internetverbindung, um sie vernünftig zu sortieren.